Wenn einer eine Einkommenssteuererklärung abgeben muss - schon das Wort verstößt gegen die Menschenrechte - dann ist er natürlich selber schuld, denn keiner hat ihn gezwungen, ein Einkommen zu erzielen.

Leser Christian A. war 2001 an einer Firma, die wenig abwarf, beteiligt (selber schuld) und hatte im Vorjahr beim Finanzamt seine Erklärung abgegeben. Vor einigen Tagen erhielt er eine auf das charmante Wort "Änderungsbescheid" hörende Forderung in der Höhe von 7500 Euro, inklusive Vorauszahlung und Zinsen.

Ein paar Tage hatte sein Leben keinen Sinn mehr, dann begann er zu recherchieren - und kam gerade noch rechtzeitig vor Ende der Berufungsfrist dahinter: Man hatte ihm rund 13.000 Schilling als Firmeneinkommen zugeschrieben, und, um zu einer steuerlich interessanten Summe zu gelangen, mit 13,7603 multipliziert. Vielleicht wäre dividieren angemessener gewesen, aber im Finanzamt hat man wirklich andere Sorgen, als sich auf den Euro umzustellen. Die Damen und Herren dort, die privat ganz entzückende Menschen sein mögen, sind für den Grobschliff der Budgetsanierung verantwortlich. Solche Rechenfehler bestätigen eindrucksvoll ihre besten Absichten.